Alice Schwarzer

„Alice Schwarzer regt zum Nachdenken an. Man kann und muß nicht mit allem, was sie sagt und schreibt, einverstanden sein. In einigen Punkten bin ich ganz anderer Meinung als sie. Aber sie hat mich auch da, wo ich nicht mit ihr übereinstimme, dazu gebracht über den einen oder anderen Standpunkt nachzudenken...." (Buchrezession)

aus der Stadtzeitung "Falter": „Wie eine Feministin ausschaut, weiß jeder. Streichholzfrisur, Henna, Walleröcke aus den Achtzigern, flache Schuhe. Redet zu viel und immer dasselbe. Humorlos, penetrant, mühsam, nervt. Definitiv unsexy. Meistens ein paar Jahre zu alt. Wahrscheinlich neidig, weil alle anderen einen Mann haben, bloß sie hat keinen abgekriegt.


Eigentlich seltsam, wie allgegenwärtig das Klischeebild von der verhärmten, frustrierten Feministin seit dreißig Jahren ist - ohne dass man ein Exemplar der Spezies oft zu Gesicht bekäme. Nicht einmal Alice Schwarzer, die Oberhexe, hält, was ihr Ruf verspricht. Kaum erlebt man die aus der Nähe, ist man baff: Da steht eine sprühende, schlagfertige Frau, die schon einiges erlebt hat, sicher viel Spaß hat, schöner ist als die meisten ihrer Alterskohorte und gern auch mal in die Rolle der Ulknudel kippt. Flache Schuhe: Ja. Aber verhärmt? Nicht wirklich.


Wenn ihr zum Beispiel, wie so oft im Fernsehen, eine dieser Magerzicken gegenübersitzt, die mit aufgespritzten Lippen artig beteuert, wie sehr sie es halt genieße, von Männern bewundert zu werden, muss Alice ihr bloß ein liebevoll-mitleidiges „Mensch, Mädchen, gönn dir doch mal ‘ne Praline" entgegentröten - und die Dimensionen sind zurechtgerückt."

 

 

 

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